Der Arbeitsfreibetrag
Der Arbeitsfreibetrag: Die Milliardenidee,
mit der ein Bundeskanzler die Staatsfinanzen sanieren könnte
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Das Geld ist knapp geworden und wird immer knapper. Dabei liegen die Milliarden buchstäblich auf der Straße, und man brauchte sie nur aufzuheben.
Wer heute arbeitslos ist, bezahlt zu Hause Licht, Heizung und Wasser und nutzt seine Wohnung ab (ebenso der Rentner). Wer auf Arbeit gehen darf, bekommt das alles an seinem Arbeitsplatz und darüber hinaus auch noch Geld. Als ein Langzeitarbeitsloser jetzt aus einem Zweifamilienhaus auszog, verringerte sich die Wasserrechnung dieses Hauses sofort um ein Drittel. Kein Wunder, wenn er meist zu Hause war und die Toilettenspülung nach Bedarf betätigte. Für den Beamten im Öffentlichen Dienst bezahlt dafür der Staat. Das ist eine schreiende Ungerechtigkeit, die es zu beseitigen gilt!
Der Öffentliche Dienst sollte den Anfang machen, die anderen Verwaltungen und die Wirtschaft werden dann früher oder später nachziehen. Die Idee für eine Lösung ist eine denkbar einfache: Nicht nur der LKW-Fahrer soll Maut bezahlen, sondern auch der Angestellte und Beamte im Öffentlichen Dienst eine Gebühr, die man Arbeitsfreibetrag nennen sollte.
Für die Erhebung dieses Arbeitsfreibetrag erhält jeder Bedienstete eine elektronische Karte. Wenn er früh seine Arbeitsstelle betritt und die Stechuhr betätigt hat, beginnt die Abbuchung von Freibeträgen für Licht, Heizung und Inventar. Die Toilette öffnet sich erst, wenn er seine Karte in das elektronische Schloß eingeführt hat, das ihm dann Zeit, Wasser und Papierbedarf von seinem Einkommen automatisch abbucht. D.h., zum Monatsende werden diese Arbeitsfreibeträge sofort mit Lohn und Gehalt, die sich entsprechend verringern, verrechnet. Die Freibeträge werden sofort den Öffentlichen Haushalten gutgeschrieben.
Analog wird mit den Benutzern von Archiven, Öffentlichen Bibliotheken usw. verfahren. Wer z.B. ein Archiv besuchen will, muß bei Betreten des Gebäudes eine Guthabenkarte für 50 Euro kaufen. Dann registriert er seinen Eintritt elektronisch. Die Abbuchung von Licht, Wärme usw. beginnt, auf den Toiletten wird verfahren wie bei den ständigen Mitarbeitern. Auch der mitgebrachte Schoßrechner frißt bisher nur das Geld von Archiv oder Bibliothek. Ab sofort bezahlt dafür der Benutzer oder Leser, so wie er ja jede Kopie an einem Kopiergerät schon heute bezahlen muß. Will er eine Auskunft, so muß er sich von der Karte abbuchen lassen, ebenso einen Freibetrag für jedes geliehene Buch oder jede Archivalie. Die Abbuchungen müssen so optimiert sein, daß der Benutzer fast schneller seinen Eintrittsbetrag abgebucht bekommt, als er das Archiv verlassen kann.
Die Gewerkschaften werden diesen Vorschlag mittragen,
wenn er durch eine soziale Komponente ergänzt würde. Das heißt,
Besserverdienende sollten einen deutlich höheren Arbeitsfreibetrag zahlen als
Geringverdienende. Auch das wäre
zweifellos gerechtfertigt, sind doch die Arbeitsplätze der höheren
Gehaltsgruppen besser ausgestattet. Würde der Arbeitsfreibetrag entsprechend
gestaffelt, ließen sich auf diese Weise nicht nur die Auswirkungen von
Parkinsons Gesetz abfangen und das Peter-Prinzip neutralisieren, sondern wir
kämen auf diese Weise der anzustrebenden sozialen Gleichheit deutlich
näher. Ein Kanzler, der durch eine schrittweise Anhebung des Arbeitsfreibetrages den Weg zur sozialen Gerechtigkeit einschlüge, dürfte sich der Unterstützung der unqualifizierten Mehrheit seines Volkes sicher sein. Ohne Zweifel gelänge mit der Schließung dieser Gerechtigkeitslücke der Bundesregierung und allen nachgeordneten Landesregierungen, Stadtverwaltungen usw. ein bedeutender Schritt in Richtung soziale Gerechtigkeit.
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